Von Alice Springs ging es gen Norden auf dem Stuart Highway dieselbe Strecke, die wir vor rund einer Woche schon suedwaerst gefahren sind. Auf dem ganzen Weg von "nur" 400km geradeaus (entspricht der Strecke von Nuernberg nach Berlin) mit nicht allzu viel Abwechslung links und rechts des Autos hatten wir wieder mal "Dingo-Alarm": auf einem Rastplatz, an dem ich auf das beruechtigte Plumsi gehen wollte (dann aber nicht gegangen bin wg. aufkommendem Wuergereiz, da einfach zu ekelhaft), tauchte ein Dingo wie aus dem Nichts auf und schlawenzelte in unsere Richtung. Diesmal war es sogar ein richtig huebscher Kerl, aber man weiss ja nie, woran man ist. Also haben wir uns daran gemacht, so schnell wie moeglich in's Auto zu schluepfen und von dort aus den Kleinen zu beobachten. Tierdetektiv im Einsatz...
Nach mal wieder einem ganzen Tag Autofahrt kamen wir am Campground an den Devils Marbels an. Laut Aborigines handelt es sich hierbei um die Eier der Regenbogenschlange. Zu sehen sind auf weiter Flaeche ganz viele runde und ovale Steine in unterschiedlichen Groessen. Die Gesteinsart oder zumindestens die Oberflaeche aehnelte -zumindestens unseren ungeuebten Augen- der des Uluru sehr. So waren diese natuerlich ein ebensolches Erlebnis bei Sonnenauf- wie Sonnenuntergang. Nach dem Abendessen, als es schon dunkel geworden war, erspaehten wir doch tatsaechlich einige Meter entfernt zwischen den vielen Spinnifexgraesern die Umrisse eines wilden Hundes: "Dingo Alarm" again! Zum Glueck zeigten sich Mond, Sterne sowie die Milchstrasse hier und in dieser Nacht so klar und hell, dass man nachts sogar ohne Lampe austreten konnte. So war es auch nicht noetig, erstmal alles ableuchten zu muessen, ob man sich nun in Gesellschaft eines wilden oder giftigen Tieres befand oder nicht :o)
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| Devils Marbles |
Am Mittwoch Morgen bestellten wir einen recht teuren aber dafuer umso kleineren Kaffee im Roadhouse Three Ways. Nach einiger Zeit gesellten sich auch einige Trucker zu uns, um ein herzhaftes Fruehstueck zu sich zu nehmen. Sind schon witzige Typen (mit besonderem Schlag)... Von da an fuhren wir mal wieder "neue Wege" Richtung Katherine. Wir rissen schlappe 700km an einem Tag runter und stellten bei jedem einzelnen Stop die Temperaturveraenderung fest: Am Abend hielten wir kurz vor den hot springs in Matarranka an einer kostenlosen restarea (dafuer allerdings auch ohne Klo - nicht mal ein Plumsi) und mussten nicht mal einen Pulli drueberziehen, waehrend wir im Auto sassen. Auch die zwei Paar Socken konnte ich weglassen :o)
Waehrend der langen Fahrt wurden wir einige Male von toten Kuehen und Kaenguruhs, am Strassenrand liegend, abgelenkt sowie aber auch von lebendigen Kuehen und Pferden, dich sich einfach mal kurz vor unserem Landcruiser gemaechlich ueber den Highway machten. Zudem sahen wir einen riessigen Thermitenhuegel am Strassenrand, der war bestimmt um die 2,50m hoch! Auch waren einige Flaechen des Landes neben des Highways entlang verbrannt und manche loderten sogar noch. Vermutlich wird dies von den Rangern absichtlich gemacht, um neues Wachstum zu ermoeglichen. Die Strecke an sich wurde fast etwas langweilig und natuerlich langwierig (nach wieder mal einem ganzen Tag im Auto), da aus vereinzelten Bueschen und Graesern wieder richtige hohe Baeume wurden und das gelbe, ockerfarbene Gras sich in gruenes zurueckverwandelte. So verabschiedete sich der fuer das Outback typische weite Horizont. Dafuer waren wir aber mit steigender Temperatur froh ueber die schattenspendenden Baeume :o)
So haben wir heute das Outback quasi verlassen, obwohl wir uns hier nicht wirklich ausserhalb des Outbacks vorkommen, da hier zwischen den Orten, die selbst nicht mal so gross wie Lauf sind, immer noch einige Hundert km liegen... Am Abend haben wir einen Australier aus Sydney kennengelernt, der einfach mal die Strecke von Adelaide nach Darwin mit einem Fahrrad aus Deutschland faehrt (deswegen haelt das bike wohl auch noch - "gute deutsche Qualitaet")! Wirklich beeindruckend, diese Leistung. Aber anscheinend ist dies seine Passion, da er schon einige solcher Touren in Australien wie auch Deutschland hinter sich hat.
C ya,
Andi & Peter


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