Mittwoch, 22. Juli 2009

Darwin

Hi zusammen!

Darwin - die noerdlichste Stadt Australiens am TOP END mit dem karibischen Flair hat uns auf den ersten Blick gefallen! Allerdings machte sie uns das Besichtigen etwas schwer durch die humide Hitze (und das in der kaeltesten Jahreszeit in Australien!). Wir hatten jeden Tag ueber 30Grad, die einem wie 40 vorgekommen sind. Wir moechten gar nicht wissen, wie es hier in der wetseason ist, wenn um die 10Grad waermer ist und dazu eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit hat...

Den strikten Plan, den ich fuer die zehn Tage in Darwin zusammengestellt hatte, haben wir schon am zweiten Tag ueberworfen :o), da ein bis zwei Attraktionen bzw. Unternehmungen -und diese am fruehen Morgen- vollkommen ausgereicht haben, um am Nachmittag in Schatten oder Pool am Campground zu fluechten! Wie im Reisefuehrer schon beschrieben, fluechten hier sogar die Einwohner nur von einem klimatisierten Gebaeude in das naechste.
"Geschafft" haben wir trotzdem einiges: beer-can Regatta und Sunset Market am Mindil Beach, NT Museum & Art Gallery, Stadtrundgang, Eastpoint Reserve, Fischessen am harbour, fishfeeding im Aquascene, Auto-Putz und letztendlich -Verkauf.

Zur beer-can Regatta am Sonntag sind wir ein bisschen zu spaet gekommen, so dass wir nur noch die Boote an sich, welche alle aus Bierdosen (ja, hier gibt es noch DOSEN!!) hergestellt waren, bestaunen konnten. Angeblich sind die Einwohner Darwins Weltmeister im Biertrinken, worauf sie offensichtlich sehr stolz sind. Stattgefunden hat das territoriale Spektakel am Mindil Beach, einer der schoenen Badestraende in Darwin, an dem auch zweimal pro Woche die beruehmten sunset markets viele Besucher anziehen. Hier gab es eine Menge leckerer Koestlichkeiten - yummi :o)- aber natuerlich auch Schmuck, (Aborigine) Kunst, Kleidung etc. Peters Highlight war das Kosten von Krokodilfleisch, waehrend meines das Streicheln einer Python war! Philipinisches haben wir bei Sonnenuntergang am Strand gegessen, der an diesem Tag ganz schoen crowded gewesen ist.

DARWIN - beer-can Regatta & Sunset Market am Mindil Beach


Tags drauf statteten wir der NT Museum & Art Gallery einen Besuch ab, in der wir sowohl Aborigine-Kunst gesehen haben als auch wieder einiges ueber die australische Tiervielfalt erfahren haben. Herausragend waren die Informationen ueber den Cyclone Tracy, welcher Weihnachten 1974 Darwin groesstenteils zerstoert hat. Auch das riessige Krokodil "Sweetheart" war eine Attraktion fuer sich.

Darwin - NT Museum & Art Gallery


Der im lonely planet empfohlene Stadtrundgang erwies sich als sehr informativ, aber auch schweisstreibend - und das schon um 10am! Er fuehrte uns an einigen alten, historisch bedeutsamen Gebaeuden (teils auch nur noch Ruinen) vorbei, man hat wieder einiges ueber die Zerstoerung durch den Cyclone erfahren, und kamen vom City-Centre mit vielen Cafes ueber einen Park und den Survivors Lookout zur Esplanade.

Darwin - City Walk


Nach fuenf Tagen Caravanpark in Darwin und unserer ALLERLETZTEN (!!!) Nacht im ALVO, unserem suessen kleinen Bushcamper und treuen Gefaehrten ueber 9 Monaten und mehr als 23.000km, ging es nach Langem mal wieder in ein backpackers direkt im CBD: die Banyan View Lodge. Ist wirklich zu empfehlen, da nur fuenf Minuten vom Trubel entfernt, aber trotzdem ruhig gelegen, und kein typisches "Partyhostel".
Hier ging es gleich am Tag unserer Ankunft am Parkplatz des hostels (zum Glueck im Schatten!) weiter mit dem Ausraeumen, Wegschmeissen und Putzen des Landcruisers. Was sich in 10 Monaten so alles ansammeln kann... Auch eine Waesche von aussen durfte nicht fehlen und so machten wir uns auf die Suche nach einem Car Wash fuer "Grosse". Fuer Bushcamper sind solche natuerlich nicht automisch, also legten wir selbst Hand an: war teils anstrengend (so einfach kann man die 3m Hoehe dann doch nicht ueberwinden und den roten Staub der Pisten einfach loswerden), aber auch erfrischend, das kuehle Nass bei 32 Grad im Schatten, das zwangslaeufig den einen oder anderen erwischt hat, meist den anderen: mich ;o)!

Auch den mit dem Verkaeufer im Voraus ausgehandelten Check im Motor Vehicle Registry Center hat der Bushcamper ohne Macken ueber sich ergehen lassen und bestanden, so dass einem Verkauf nichts mehr im Wege stand.

All unsere Muehen wurden belohnt: der Alvo blitzte und blankte nach ca. 2,5 Tagen Arbeit wie wohl seit Jahren schon nicht mehr ;o) und auch das am naechsten Tag folgende Praesentieren verlief positiv: das deutsche Paerchen, Kati und Kai, schlugen ein und unterschrieben den Kaufvertrag! Wir freuten uns natuerlich, dass wir Kaeufer gefunden hatten (noch dazu so nette), aber ein kleines, wehmuetiges Gefuehl stellte sich doch ein. Immerhin war der Kleine nicht nur unser Auto fuer die letzten 9 Monate sondern auch unser Zuhause gewesen.
Die darauf folgenden Tage bestanden aus Treffen mit Kati und Kai (meist im klimatisierten Gloria Jean's Cafe), um ihnen ein paar Reise-, Routentips etc. zu uebermitteln. Wieviel sie allerdings nach ihrem Jetlag und der krassen Temperaturumstellung behalten haben, steht in den Sternen ;o) Zudem genossen wir in diesen Tagen das Umgebensein von vier Waenden, unsere Betten und die Kuehle durch die Klimaanlage tagsueber, waehrend wir an Campgrounds immer den Schatten der Baeume aufgesucht haben!! Am spaeten Nachmittag, wenn es etwas abgekuehlt hatte, gingen wir spazieren, Steakessen im Hogs Breath Cafe oder machten eine der letzten Ausfluege mit dem ALVO und sahen uns den Sonnenuntergang am Easpoint Reserve an: Wie wunderbar die Sonne hier im Meer versinkt!

Darwin - Eastpoint Reserve


Auch dem harbour statteten wir an einem unserer letzten Abende in Darwin einen Besuch ab und assen bei Mondschein, "Quetschn-Musik" und direkt neben dem Meer sitzend leckeren barra & chips (Barramundi mit Pommes) und Meeresfruechte. Es gab sogar noch eine yummi Nachspeise, da es gar so guenstig war: Bananensplit mit Mandelsplittern und Eisschokolade! Die vielen Tische waren alle besetzt von Einheimischen und Touris, die sich die Koestlichkeiten schmecken liessen. Da wohl an dieser Stelle des Hafens sich viele Essensreste wieder im Meer finden, kamen ganze Horden von Fischen, um sich ihr Abendbrot zu schnappen. Erstaunlicherweise waren viele der Fische riessengross: es handelte sich um obriculate batfishs! Auch ein Barramundi, kleine Rochen und sogar Delfine schwammen unweit von uns durch die Bucht. Da rueckte selbst das leckere Essen in den Hintergrund :o)

Darwin - Dinner @ Harbour


Kurz vor unserer Abreise gingen wir noch mit Kati und Kai zum Aquascene, dem beruehmten Fish Feeding, in Darwin. Hier, direkt an der Esplanade, hatte vor gut 50 Jahren ein Australier angefangen, die durch die high tide (Flut) kommenden Fische zu fuettern. Dies wiederholte sich Tag fuer Tag und inzwischen ist es zu einer richtigen Touristenattraktion geworden. Man steht also teils knietief im Wasser und wirft den Mullets, Milkfishs, Breams etc. Brotstueckchen zu. Die Catfishs bekamen sogar Fleischstueckchen und wir haben dann erfahren, dass diese sogar recht gefaehrlich werden koennen und man ihnen lieber nicht zu nahe kommen sollte... Zum Glueck erst im Nachhinein! Hat viel Spass gemacht, wurde dann aber gegen 11am schon wieder zu heiss, so dass wir uns auf unser klimatisiertes hostelzimmer freuten :o)

Darwin - Aquascene Fishfeeding


Nachdem wir dann am letzten Tag versucht hatten, all unseren Krempel in vier Rucksaecken zu verstauen, doch nochmal ein Paket mit 15kg(!) nach Deutschland geschickt und unsere Gutscheine gegen leckere boost-smoothies eingeloest hatten, war es soweit: wir verabschiedeten uns von Kati und Darwin und Kai fuhr uns mit dem ALVO zum Flughafen - unsere letzte Fahrt mit dem bushcamper. Dort hiess es "Goodbye" und dann Warten bis zum Flug nach Brisbane. Dieser ging um 1:30am und verlief wirklich sehr ruhig. Allerdings wurde es zwischendurch fast unertraeglich warm, so dass man fast nicht schlafen konnte. In Brisbane traf uns dann am naechsten Morgen fast der Schlag: es war ultra kalt! Zumindestens kamen uns 9Grad nach wochenlanger Hitze so vor. Wir beschlossen sodann, auf den "Brisbane2Byron" Bus in der Halle zu warten, und trafen sogar jemanden aus Byron Bay - so klein ist die Welt und auch Australien! Nach einer Stunde ging es mit einem kleinen Zwischenstop in Central Brisbane nach Byron Bay. Dort hat uns nach einem Anruf auch gleich Annis Freund Darren, mit denen wir vor einigen Monaten schon zusammen gewohnt hatten, abgeholt. So mussten wir schon nicht vier Rucksaecke, eine Laptoptasche und ein Surfboard (meins und Peters "Egg" haben wir in Darwin noch an Kati und Kai verkauft) durch halb Byron schleppen! Puhh...

Darwin - car sell + goodbye


Byron hat uns wieder :o)

Viele Gruesse in's warme Deutschland,
Peter und Andi

Sonntag, 19. Juli 2009

Litchfield National Park

Hi,

Nach 350km sind wir am Abend im Litchfield National Park angekommen und sind gleich zu dem Wangi Falls Campground gefahren, da dort ein Ranger Vortrag ueber den Park stattfand. Dieser war solala und auch der Campground war total ueberfuellt, so dass wir nur am Parkplatz campen konnten :-)
Am ersten Morgen im Park sind wir den Wangi Falls Trek gelaufen. Ein interessanter, aber steiler Pfad durch Rainforest und Woodlands. Wir haben sogar Bats (Fledermaeuse) in den Baeumen haengen sehen - voll cool :-)
Nach einem erfrischenden Bad in dem Wangi Falls Plounge Pool, ging es weiter zu den Tjaetaba Falls. Ein 3km Walk fuehrt entlang des Greenant Creeks hinauf zu den Faellen. Leider darf man in den Faellen selbst nicht schwimmen, da sie eine Sacred Site der Aborigines sind. Jedoch konnten wir in einem Rockpool ueber den
Wasserfaellen eine Runde drehen...

Litchfield NP - Wangi Falls


Greenant Creek to Tjaetaba Falls


Im Litchfield Cafe haben wir dann eine Coffebreak eingelegt, bevor es noch daran ging, die Bamboo Creek Tin Mine zu erkunden (hoert sich so interessant - wie es zumindest fuer mich war - an: Stinklangweilig!). Wenigstens konnten wir einen kleinen Gecko mit der Makrofunktion erwischen und eine tote Bat fotografieren...



Den Nachmittag und den Abend haben wir wieder an den Wangi Falls und am Campground verbracht. Nachmittags waren wir schwimmen und am Abend haben wir den Sunset angesehen. Beim Spaghetti (was sonst) Dinner hat uns dann noch ein Wallabi besucht (eins von der Gattung der Suicide Wallabies - sie grasen immer am Strassenrand und springen just vor'm Auto ueber die Strasse :-)) - war voll schoen...

Am zweiten Tag ging es am Morgen zu den Florence Falls und zu dem Campground, wo wir fuer heute Lager beziehen wollten. Wir konnten noch rechtzeitig vor dem Touristenansturm an den Falls sein und beim 2km Rundweg sogar am Rueckweg ein Short-Eard Rock-Wallabie beobachten. Da diese sehr selten und scheu sind, haben wir uns umso mehr gefreut. In den Florence Falls konnte man gut schwimmen und so beschlossen wir auch nochmal am Nachmittag die 135 Stufen zu den Falls zu beklimmen.

Litchfield NP - Florence Falls


Nach einem Abstecher zu den eher langweiligen Tolmer Falls, stoppten wir noch bei Buley Rockhole. Die dortigen Rockpools (wunderschoen), waren jedoch ao ueberlaufen, dass wir meinten, im Laufer Freibad bei 32Grad im Schatten in den Schulferien zu sein :-) Nix wie weg...

Litchfield NP - Tomer Falls


Litchfield NP - Buley Rockhole


Am Campground wollten wir dann fruehstuecken, doch leider wurde die Maus von einem der "Voll-die-Fiesen-Viecher" in den Arm gestochen. Da musste erst behandelt und gecremt werden. Die Sonne war zudem echt unertraeglich und die vom Ranger angegebenen 29 Grad im Schatten kamen der Maus wie 40 vor. Sie hat nur geschwitzt, hatte Kopfweh und fuehlte sich total unwohl!!!

Samstag morgen haben wir dann noch einen Stop bei den Magnetic Termite Mounds eingelegt. Eigentlich wollten wir uns noch einen Ranger Talk ueber die Termiten anhoeren, waren jedoch zu bald dran. Ausserdem starten alle Touri-Busse in den Litchfield Park hier und es waren bereits fuenf Busse und dementsprechend viele Touris ueberall. Haben unsere Aktivitaet dann auf's Fotografieren der Magnetischen Huegel und der Catherdal Mounds beschraenkt.
Die Magnetic Mounds haben eine beeindruckende Architektur: Sie sind alle in Nord-Sued Richtung ausgerichtet, um eine optimale Sonneneinstrahlung und eine konstante Temperatur innerhalb zu erlangen. Die Cathedral Mounds sind teilweise 6m hoch und wir konnten sogar einige Termiten beim Werkeln beobachten. So beschaeftigt wie die waren, muss es sich um Camper-Termiten handeln :-)

Litchfield NP - Magnetic Termite Mounds


Danach ging der Road Trip weiter zu den Berry Springs, wo wir uns in Tropischem Ambiente abgekuehlt und gefruehstueckt haben. Nach diesem Break sind wir auch schon nach Darwin gesteuert, die noerdlichste Stadt Australiens.

Gruesse aus dem Top-End Australiens,
Eure Andi & Euer Peter

Sonntag, 12. Juli 2009

Kakadu National Park

Hi white fellas,

Nachdem wir den Lake Argyle verlassen hatten, ging unser Weg weiter Richtung Kakadu National Park. Wir haben zwei Tage dorthin benoetigt, in Katherine gestoppt, um Vorraete und Benzin aufzufuellen und wurden von einer Wolkenfront nach Einfahrt in den Park ueberrascht. Wir dachten zunaechst: "Yeah, endlich mal Wolken, es wird kuehler" (hatten seit ca. 2Monaten keinen Regen mehr), lagen damit aber voellig daneben. Hier im Kakadu NP werden in der dry season Waelder gezielt abgebrannt, um Raum fuer neues Leben zu schaffen. Was zuerst komisch klingen mag, macht durchaus Sinn und das Wissen darueber wurde von den Aborigines an die "Weissen" weitergegeben. Infos ueber die Rolle des Feuers im Kakadu sind hier zu finden.

Nach weiteren 120km haben wir den Touriort Cooinda, die Heimat der beruehmten Yellow Water Cruise besucht und gleich fuer den naechsten Tag die Sunset Cruise gebucht. Danach sind wir total K.O., da es schon wieder extrem heiss war, gleich zum Campground in Mardugal, um zu kochen. Es war ca 4.30pm, aber das Essen hat echt keinen Spass gemacht (waren aber sooo hungrig): Es war nur hot, hot, hot :-) Da unsere Campvorgaenger Holz am Lagerfeuer uebrig gelassen haben, wollten wir nach dem Duschen ein Lagerfeuer machen. Es hat auch echt gut geklappt bis die Mosquito-Invasion begann. Obwohl wir uns eingesprueht hatten, waren wir chancenlos. Es waren so viele und ueberall, dass wir nach einer halben Stunde beschlossen haben, das Feuer aufzugeben und den Rueckzug in den ALVO anzutreten. Doch auch dort haben sie schon gewartet. Nicht so viele, aber genauso hinterhaeltig! Die Nacht war die Hoelle und wir haben immer und immer wieder dieses nervige Summen gehoert. Dann hies es aufstehen, Licht an, Brillen auf, Schnakenjagd. Da es auch in der Nacht warm war, haben wir die Fenster mit den Mosquitonetzen offen gelassen. Und auch dort haben die Biester schon von aussen gelauert. Gut, stechen konnten sie uns nicht, aber das bloody Brummm hoert man trotzdem und kann kaum einschlafen.
Das Resultat waren wenige Stiche bei Andi und ca. 40(!!!) bei mir, davon locker 15 pro Knoechel. Es juckt wie die Angst, fast nicht auszuhalten.

Am naechsten Morgen haben wir dann etwas laenger geschlafen und wollten danach zum Mardugal Billabong, leider haben wir den Weg nicht gefunden und dann spontan entschieden den 3.5km langen Weg zum Mirrai Lookout anzugehen. Wenn wir gewusst haetten, dass sich die 3.5km in 1.75km steil bergauf ueber Fels und Stein und dann wieder zurueck aufteilen... aber naja wir gingen es an und sind dann nach ca. 30 Minuten am Lookout ueber den Park angekommen :-) Schweissgebadet haben wir den Lookout genossen und natuerlich eifrig geknipst:

Kakadu NP - Mirrai Lookout


Nach einem Muesli Fruehstueck ging es zurueck nach Cooinda, wo wir am Nachmittag noch einen 2km langen Billabong Walk laufen wollten. Nachdem wir an der Rezeption ankamen, haben wir mal nach dem Start des Weges gefragt, sind diesen gefolgt und kamen, ja genau, nach 1km beim Culture&Arts Center raus. Ganz toll!! Naja haben wir uns spontan umentschieden und das wirklich sehr schoene und informative Cultural Center angesehen. Leider ist es sooo informativ, dass man sich das alles gar nicht merken kann :-)
Am Abend startete dann unser Highlight des Tages (und wir haben uns gegen die Mossies vorbereitet: lange Hosen, 3fach Insektenspray, und und und es war kein einziger da!!!). Es ist schon eine ziemliche Touri-Veranstaltung und auch echt ueberlaufen. Aber es ist es wert! Auf einer zweistuendigen Cruise durch die Yellow Water Wetlands und entlang des South Alligator Rivers sieht man nicht nur eine berauschende Natur, sondern auch wahnsinnig viele Voegel, Salzwasser-Krokodile in allen Groessen und einen herrlichen Sunset. Der Guide erzaehlt einem zudem sehr viel Nuetzliches ueber die Voegel, die Landschaft und die Crocs. Also echt lohnenswert. Wir waren beide sehr begeistert und haben unter anderem Kingfisher, Crocs, einen Seeadler und viele andere Voegel beobachten, filmen und fotografieren koennen.

Kakadu NP - Yellow Waters Wetlands


Die Nacht war wieder die Hoelle. Wieder Mossies im Auto, wieder neue Stiche, wieder kaum geschlafen: Oh Deutschland, bist du schoen!!! Am dritten Tag ging es in die Nourlangie Region. Der ebenso benannte Berg Nourlangie bietet einem Aboriginal Rock Art, die teilweise mehrere 10.000 Jahre alt ist. Da wir relativ zeitig dran waren, erspaehten wir im Laub hinter einigen Felsen ein Black Wallaroo. Zudem hatten wir Glueck und konnten an einem kostenlosen Ranger Talk ueber ein "Kunstwerk", das allerdings erst 50 Jahre alt ist, teilnehmen. Dabei haben wir wieder einiges ueber Aborigines und diesmal unter anderem etwas ueber ihren Lightning Man erfahren.

Kakadu NP - Nourlangie


Nach dem Hike zum Lookout, auf dem man bis zum Plateau des Arnhem Lands sehen kann, haben wir noch einen 2.5km langen Walk um den Anbangbang Billabong gemacht. An diesem kann man im Hintergrund den Berg sehen und dazu viele Wasservoegel. Auch vor Crocs wird gewarnt, allerdings konnten wir keines erspaehen.

Kakadu NP - Anbangbang Billabong


Danach ging es weiter in die Kakadu "Hauptstadt" Jabiru, wo wir uns am Campground niederliessen und erstmal chillen wollten, da es schon wieder sehr heiss war. Andi war dann so hungrig, dass wir das Dinner zum Lunch machten und gekocht haben... Allerdings waren wir wohl nicht die einzigen Hungrigen: Ein Dingo kam ganz unverbluemt zu uns und hat sich zum Auto in den Schatten gelegt. Wir wussten erstmal nicht, wie wir reagieren sollten, haben ihn dann aber einfach in Ruhe gelassen und gemampft. Nachdem er festgestellt hat, dass er hier nix zu essen bekommt, ist er wieder abgezogen :-) Gott Sei Dank!
Als die Hitze am staerksten war und die Schatten immer kleiner geworden sind, verzogen wir uns zum Caravanpark-eigenen Swimmingpool. Dort bemerkten wir dann auch, dass es hier leicht Asche regnet! Eine der Nachwirkungen der beabsichtigten Braende.
Am Abend boten die Ranger hier eine kostenlose Informationsveranstaltung in Bezug auf die reiche Tierwelt im Kakadu National Park an, welche wir liebendgerne annahmen und es nicht bereuen sollten!! Die Slight Show dauerte um die zwei Stunden unter freiem Sternenhimmel (die Milchstrasse ist hier so wunderbar zu sehen!); sitzen konnten wir jedoch schon nach kurzer Zeit nicht mehr und die Stiche juckten nur so! Aber wir hielten durch und waren letztendlich stolz und gluecklich, doch schon so viele der Tiere (von denen einige nur im Kakadu NP ihr Zuhause haben und sonst auf der ganzen Welt nicht zu finden sind) gesehen zu haben.
Bevor es diese Nacht zu Bett ging, haben wir von der "Chemie-Bombe" Gebrauch gemacht, was so viel bedeutet, dass wir ein starkes Insektengift zehn Sekunden in's Auto gesprueht haben, dieses mit geschlossenen Tueren 20Minuten haben einwirken lassen und daraufhin 10Minuten gelueftet haben. Auch wenn Peter immer so gegen die "Chemie-Bombe" war, diesmal hat er sie mit offenen Armen willkommen geheissen, da wir in dieser Nacht keinen einzigen Mosquito im Auto hatten!

Dementsprechend fanden wir mehr Schlaf als in den vorhergehenden Naechten und sind so wieder bald aufgestanden, um die Natur in den fruehen Morgenstunden zu geniessen sowie der Hitze tagsueber aus dem Weg zu gehen. Unser Plan fuehrte uns zur Border zum Arnhem Land, nach Ubirr. Wir waren trotz 40km-Fahrt zu bald dran und verbrachten die Wartezeit bis zur Parkoeffnung mit einem ueberteuerten Latte im einzigen Cafe in dieser Gegend. Der daraufhin folgende Walk fuehrte von einer Aborigine Art zur naechsten und schliesslich zum bekannten Lookout in Ubirr, welcher auch in dem Movie "Crocodile Dundee" vorkommt. Die Aussicht sowie auch die Ruhe waren einfach gigantisch und es war fuer jeden was in den vier Himmelsrichtungen dabei: Wetlands, Arnhem Land Escarpment, Rainforest, Stone Country, Floodplains.
Zudem waren wir wieder mit von der Partie als eine Rangerin, die seit 10Jahren hier in engem Kontakt mit den Ureinwohnern lebt, ueber Leben und Kultur letztgenannter informierte. Wir hoerten sowohl etwas ueber food ("grandma's kitchen") als auch zwei stories ueber children and law. War wirklich sehr interessant und am liebsten haetten wir noch mehr ueber die wirklich bemerkenswerte Kultur der Aborigines gelernt, von deren basics wir "White Fellas" uns einiges abschauen koennen.

Kakadu NP - Ubirr


Weiter ging es zum Manngarre Rainforest Walk durch Monsoon Rainforest am East Alligator River entlang. Gleich zu Beginn gab uns ein Mann einen Hinweis, dass man direkt am Ufer am Parkplatz zwei Saltwater Crocs zu sehen bekommt. Die waren wirklich schon nicht schlecht und so ganz ohne Zaun oder sonstiger Abtrennung von den Touris. Einzig ein Schild wies auf die Gefahr der Crocs hin... Aber im Laufe des Walks sahen wir noch einige weitere wilde - wirklich nicht weit von uns entfernt!! Zudem war der Regenwald sehr dicht und ueberall raschelte es nur so. Gesehen haben wir jedoch nichts ausser ein paar Spinnen und Voegel (vielleicht auch besser so). Wir gingen dann den kuerzeren Circuit, da der laengere nur fuer Frauen bestimmt ist (sacred women site). Das passte auch, da die Sonne schon wieder ihren Hoechststand erreicht hatte, es dementsprechend heiss war, die Mossies uns verfolgten und wir wahnsinnig Hunger hatten.

Kakadu NP - Manngarre Rainforest Walk


Wieder in Jabiru angekommen, fanden wir eine suesse kleine Bakery, in der die Hoelle los war. Davon ueberzeugt, schlugen wir gleich mal zu und neben einem Fladenbrot gab es auch original australisch Suesses wie zB. einen Lamington und einen Brownie. Yummi :o)

Kakadu NP - Dingo am Campground


Am Weg vom Kakadu in den Litchfield National Park haben wir noch einen kurzen Stop im erwaehnenswerten Bowali Visitor Center eingelegt. Es war bisher wohl das beste Visitor Center, das wir gesehen haben. Neben vielen Bildern, Geschichten und Tieren, gab es auch noch drei kostenlose, jeweils einstuendige Kinofilme ueber den Kakadu in den verschiedenen Jahreszeiten, zu sehen. Zwei der drei haben wir uns angesehen, war wirklich sehr, sehr interessant.

Kakadu NP - Bowali Visitor Center


Danach haben wir noch in der South Alligator Region bei den Mamukala Wetlands eine Pause eingelegt und von der Viewing Platform aus nochmals ein tolles Feuchtbiotop mit vielen Voegeln bestaunen koennen - und das gegen Mittag.
Alles in allem wurde der Kakadu National Park irgendwie unser Favorit-National Park :-)

Kakadu NP - Mamukala Wetlands


Gruesse von uns und all den Salties,
Boh Boh (Goodbye auf Aborigine),
Andi & Peter

Freitag, 10. Juli 2009

Kununurra

hi mates,

in Kununurra angekommen, ging es erstmal an die Campground-Suche, da die hier oben momentan schon alle sehr ausgebucht sind wg. holidays und dry-season (high-season). Haben noch einen Platz ergattert, der direkt am Lake Kununurra lag und somit einen wunderbaren Sonnenuntergangs-Blick auf den Berg mit den zwei Bezeichnungen "Sleeping Buddha"/"Elephant Rock" (siehe pics) freigab. Das war auch schon das einzig Tolle an dem Caravanplatz, so dass wir tagsdrauf gleich mal in den Hidden Valley Caravanpark wechselten. Dieser hatte so einige Vorteile: wir bekamen fuer dasselbe Geld eine powered site, der Platz ist allgemein ruhiger und erschien aufgeraeumter und er ist direkt neben dem Mirima National Park (Hidden Valley) gelegen, so dass unsere walking tour am darauffolgenden Morgen (tagsueber kann man sich fast nicht in die Hitze wagen) durch den ganzen Park sozusagen gleich um die Ecke begann.

Kununurra


Der Park an sich ist nicht gerade gross und beinhaltet drei hikes, welche wir alle innerhalb zweier Stunden gemeistert hatten. Wir waren jedoch froh, die Chance genutzt zu haben, da der Mirima Park dem Bungle Bungles National Park (Purnululu) aehneln soll, den wir leider wegen der zu roughen Zufahrtstrasse gemieden haben. So kamen wir in den Genuss von interessanten, rundgeformten Steinformationen in unterschiedlichen Rottoenen und einer weiten Sicht ueber Kununurra und Umgebung. Am Rueckweg hat Andi dann sogar eine Abkuerzung entdeckt: Wir mussten nur ein Paar Felsen runterklettern und haben uns damit ca 45 Minuten walken erspart. Da war ich aber mal so richtig stolz auf sie!!!

Mirima National Park


Zudem liessen wir uns nicht die Aboriginal Art Gallery in Kununurra entgehen, in der wir jedoch nur ein paar Minuten verweilten (aufgrund eines gewissen Kulturbanausen unter uns) ;o)

Am Nachmittag nach der Wanderung ruhten wir uns im Schatten am Caravanpark aus bzw. wir hatten es uns fest vorgenommen, mal NICHTS zu machen. Dass dies in einem "Camperleben" allerdings nicht moeglich ist, bewiesen uns die folgenden Stunden: Wir hatten uns zum Lesen hingesetzt und alle paar Minuten sprang jemand anderes auf und begann irgendetwas zu "raeumen". Das ist sowieso des Campers Freude: Raeumen was das Zeug haelt! Nach ein paar Stunden war das Auto entstaubt und geoelt worden sowie Getraenkedosen einsortiert, abgespuelt, Tuecher von Hand gewaschen etc.
Ein ganzes Kapitel fertig gelesen hatte jedoch keiner von uns ;o)

Tags drauf verabschiedeten wir uns von unseren "Alten" (dem australischen Ehepaar, das aus Perth stammt), die uns von Beginn der Gibb River Road an "gefolgt" waren, uns am lookout in Wyndham und nun wieder hier am selben Campground in Kununurra eingeholt hatten. Daraufhin ging es zum Lake Argyle, einem von Menschenhand geschaffenen Stausee. Herrlich anzusehen, aber wie lange werden die durch den Eingriff in die Natur entstehenden Unregelmaessigkeiten noch auf sich warten lassen?

Lake Argyle


Da es hier nicht mal einen walk (sind schon ganz im "walking-Fieber") bzw. ein Cafe gab, fuhren wir an diesem Tag bei brechender Hitze und mit Kopfschmerzen noch 500km bis zur naechsten kostenlosen restarea kurz vor Katherine. Von dort geht es dann in den Kakadu National Park, dem wohl groessten Australiens.


Viele Gruesse an euch,
eure Aussies

Donnerstag, 9. Juli 2009

Wyndham

Hi there,

Nachdem wir die Gibb River Road verlassen haben, sind wir ins ca. 50km noerdlicher gelegene Wyndham gefahren. Ein Ministaedchen in den Kimberley, dass fuer Touris eher uninteressnat ist (auch wenn das Prospekt das Gegenteil behauptet). Am Stadteingang begruesst einen ein Riesen Krokodil, diesmal kein reales. Wir haben uns dann spontan entschieden, die Krokodilfarm anzugucken, da wir genau zur Fuetterungszeit vor Ort waren. Die Fuehrung war sehr interessant und man konnte viele Salties (bis zu 7m lang) und ein paar amerikanische Alligatoren sehen. Die meisten von ihnen haben im Freien gelebt und mussten eingefangen werden, da sie bspw. 25 Hunde einer Community verpseist haben (den letzten davon mitten im Ort, direkt von der Leine weg) oder zwei Kanuten umgeschmissen und attackiert haben - denen ist aber nix passiert.

Wyndham Crocodile Farm


Nach einem Fish & Chips Lunch, der uns auf der Gibb River Road waermstens empfohlen wurde ("In Wyndham they've got the best Barra & Chips in the whole world!!!") sind wir ueber den Five Rivers Lookout, bei dem man uebrigens die von uns durchquerten Fluesse Durack River, Kings River und Pentecost River sehen kann, weiter nach Kununurra gefahren.

Wyndham

Cheers,
Andi & Peter

Dienstag, 7. Juli 2009

Gibb River Road - The Kimberley

Die Gibb River Road (GRR) ist die kuerzeste Verbindung zwischen Derby und Kununurra. Sie ist eine unsealed road, also ungeteerte Strasse (urspruenglich eine Viehtreiberstrecke), die auf 647km quer durch die Kimberley fuehrt und einem dabei die ganze Vielfalt dieses unberuehrten Fleckchens Natur naeher bringt. Die Kimberley Region ist eine der letzten Abenteuer, die es den Australiern sogar wert ist, extra eine Initiative ins Leben zu rufen, die gegen ein Gaswerk protestiert, das an der Westcoast der Kimberley gebaut werden soll: Save The Kimberley .
Wir haben uns sehr viel ueber die Gibb River Road informiert, im Internet recherchiert, mit Travellern gesprochen: Jeder sagt dabei was anderes: mal ist die Strasse "easy going", mal eine sehr unspruchsvolle unsealed road; mal soll man den Reifendruck lassen, mal auf 32PSI reduzieren. Letztendlich haben wir uns entschieden, das Abenteuer anzugehen und die Strasse mit all den Abzweigungen und Hindernissen zu fahren.

Los ging es in Derby, wo man noch gute 60km geteerte Strasse passiert, bevor dann die Gravel Road beginnt. Dort haben wir auch gleich einen Abschleppwagen mit nem 4WD drauf kommen sehen: Prost Mahlzeit! Auf den naechsten 80km zum Windjana Gorge, die noch eher leicht zu fahren waren, konnte man schon einiges der Kimberley Region entdecken. Wahnsinnige Weiten, unberuehrte Natur und jede Menge Australier mit 4WD, kaum mehr Traveller :-) Am Windjana Gorge sind wir gegen Mittag bei lockeren 35° im Schatten angekommen und waren total K.O. Die Hitze hier nimmt uns beide doch sehr mit und wir konnten gar nicht genug Wasser trinken (Gott sei dank haben wir gut 80l dabei). Nach dem Breakfast um 2pm sind wir dann in die Gorge gelaufen. Diese erhebt sich aus dem Nichts bis auf ca 100m Hoehe. Gleich zu Beginn kommt man in den Genuss, Freshwater Krokodile (und davon jede Menge in allen Groessen) im Lennard River (der durch die Gorge fliesst) und auf den Sandbaenken beobachten zu koennen.
Diese sind ja anscheinend ungefaehrlich und so bin ich gleich mal mit ein paar anderen Touris - es ist anscheinend ein Bus angekommen, sovielewaren das- ins Wasser ca. 100m entfernt von den Crocos zum Baden gegangen. War dann doch eher ein mulmiges Gefuehl, aber was tut man nicht alles fuer eine Erfrischung. Andi hat in der Zwischenzeit weiter den beeindruckenden Gorge fotografiert. Am Rueckweg konnten wir den Sunset direkt im Gorge beobachten. Der sich im Wasser spiegelnde Felsen war dabei manchmal gar nicht mehr vom "Original" zu unterscheiden... Am Abend haben wir dann erstmals ein aelteres Paerchen aus Perth getroffen, die die gleich Strecke wie wir fahren. Diese trafen wir seitdem jeden Tag :-) Auch ein Schweizer Paar, das wir in Broome kennengelernt haben, treffen wir hier dauernd. Schon witzig...

GRR - Windjana Gorge


Durch die Gewissheit der tagsueber stark ansteigenden Temperatur aufgestachelt, machten wir uns schon bald am Morgen auf den Weg. Die Strassenzustaende wechselten von highway-aehnlich (wir konnten problemlos mit 80kmh fahren) bis zu richtig rough (teils fuhren wir nur mit 20kmh und unser kleiner ALVO wurde trotzdem von oben bis unten gut durchgeschuettelt) fast alle zehn Kilometer. So kam es auch, dass sich das Standgas durch das staendige Ruckeln verstellt haben muss und zu hoch war. Zum Glueck konnte sich Peter noch an den richtigen Knopf entsinnen, so dass wir alle paar Stunden daran mal drehen durften...
Um unser taegliches Ritual des guten Morgenkaffees beizubehalten, nahmen wir die Chance wahr und hielten im "Lennard River Snackstore" (der einzige fuer die naechsten 100km in beide Richtungen): War schon seltsam, solch kleine "Oase" in the middle of nowhere zu finden. War zwar alles etwas notduerftig und der Kaffee war alles andere als gut (instant), aber es hat gereicht! Der alte Betreiber des Shops, der sich in einem umgebauten Wohnwagen befand und dessen Generator auf Hochtouren lief, so dass man sein eigenes Wort kaum verstanden hat, war auch eine Nummer fuer sich: er hatte wohl schon eine Operation hinter sich, musste beim Sprechen immer auf den Knopf am Hals druecken, zuendete sich aber erstmal eine an, nachdem er uns bedient hatte. Dafuer war er aber sehr hilfsbereit und schlug gleich ein Buch ueber australische Vogelarten auf, als wir den Azuren-Kookaburra (Kookaburra mit blauen Federn an den Fluegeln) im Baum erblickten.
Nach dem Abzweig von der Gibb River Road zum Silent Campground und somit auch zum Bell Gorge kamen die ersten Flussdurchquerungen: manche gestalteten sich als ueberschaubar, einfach und mit geteertem (oder so was aehnlichem; auf jeden Fall Bitumen...) Untergrund. Bei einigen anderen wurde uns schon gleich mal mulmig zumute: sie waren doch so tief, dass uns das Wasser bis zu den Wagentueren stand, der Untergrund nur Kieselsteine (soweit man ihn ueberhaupt sehen konnte) und am anderen Ende des einen creek-crossings stand ein Wagen, an dem gerade ein Reifen gewechselt wurde. Da geht man doch gleich mal ganz anders ran, an die Sache! ;o) Sind aber letztendlich durch alle super durchgekommen mit der langsamen und sicheren Fahrweise. Scheinbar besser als einige andere, von denen wir gehoert haben: mit 80kmh schafft es ein 4WD dann doch nicht durch den Creek. Scheinbar mussten in den letzten Tagen drei Waegen von der Gegend des Bell Gorge abgeschleppt werden...
Am Campground angekommen, nach einer kleinen Brotzeit im Schatten des hohen Landcruisers, beschlossen wir, gleich die 10km weiter bis zum Bell Gorge zu fahren, da die Mittagshitze einfach unertraeglich war und wir gelesen haben, dass man im Gorge baden kann. Jedoch gestaltete sich diese Zufahrt als ganz schoen schwierig, so dass wir mal wieder mit nur 20kmh vorangekommen sind und unsere Zeit brauchten. Wenn wir unseren Reisefuehrer dann doch noch etwas genauer studiert haetten, haetten wir auch gewusst, dass uns eine etwa einstuendige steile Wanderung bevorstand - und das beim hoechsten Stand der Sonne! Super. Da mussten wir durch und wurden wirklich mit einer atemberaubenden Sicht sowie mit einem Sprung in´s kuehle Nass belohnt. Am Gorge selbst gibt es einen oberen Pool, von dem aus das Wasser in den unteren Pool faellt. Richtig erfrischt ging es dann wieder zurueck zum Parkplatz und nach dem einstuendigen Walk waeren wir am liebsten gleich nochmal in den Gorge gesprungen. Doch dummerweise erwartete uns wieder eine neue Ueberraschung: unser ALVO sprang nicht an! Wegen des vielen aufgewirbelten Staubs auf der Gibb River Road muss man auch tagsueber das Licht anlassen. Jedoch macht der Landcruiser beim Verlassen des Autos keine Anstalten, Laute oder sonstwas von sich zu geben, dass das Licht noch angeschalten ist. Naja. Da standen wir nun und sonst war natuerlich keiner da. Aber wir sind ja Grosse und haben einfach mal unter die Kuehlerhaube geschaut, an einem Raedchen gluecklicherweise richtig gedreht und schon sprang der Gute mit der zweiten Batterie an. Nach den 10 Kilometern Rueckweg hatte sich die leere Batterie wieder voll aufgeladen, wie unser netter, hilfsbereiter, australischer Campnachbar feststellte, nachdem er ein Messgeraet aus seiner perfekten 4WD-Ausstattung gezaubert hatte.

GRR - Bell Gorge


Etwas gereitzt, nach einer mal wieder mehr schlecht als recht durchgeschlafenen Nacht (die Hitze, morgens die Kaelte, die haeufigen Klogaenge, wenn man tagsueber so viel trinkt...), packten wir unsere sieben Sachen, machten den ALVO startklar und waren schon um 7:30 on the road. Nach dem ersten Creek-Crossing liessen wir erst mal ein paar andere Reisende vorbeiziehen, die einen Zacken drauf hatten... wahnsinn! Einen davon sahen wir ein paar Stunden und Kilometer spaeter wieder am Strassenrand Reifen wechseln...
Halt gemacht haben wir diesmal am Imintji Roadhouse, welches zugleich ein kleiner Store, ein Cafe sowie Werkstatt und Tankstelle (allerdings nur DIESEL!) war und einiges zu tun hatte. Ist doch ganz schoen was los zur dry season auf der GRR! Gibt der unberuehrten Natur und Landschaft, die man natuerlich erwartet, einerseits einen faden Beigeschmack, andererseits ist man als eher unerfahrener 4WDler doch froh, falls etwas passiert bzw. man einen breakdown hat. Somit gruesst man sich hier staendig (wie es auch im Outback ueblich war) und fragt beim Vorbeifahren, ob alles in Ordnung sei oder ob man denn Hilfe benoetige. Da wird eben doch zusammengehalten!
Da die heutige Strecke schwieriger war als die gestrige und somit auch nervlich anstrengender, hielt die gespannte Stimmung fast den ganzen Tag ueber an. Auch die alte Dame, die wir bisher jeden Tag ein paar Mal getroffen haben, meinte, dass das ganze Abenteuer durch die Hitze, die schlechte Strasse und die staendigen "Sorgen", dass dem Auto ja nichts passiert, eher stressig und nervenaufreibend ist. Da stimmen wir ihr in gewisser Weise zu. Sind aber inzwischen, nach 300km Gibb River Road, trotzdem froh, dass wir diesen Weg eingeschlagen und uns darauf eingelassen haben :o)
Wieder kurz nach Mittag kamen wir im Galvan Gorge an. Diesmal fuehrte uns ein nur 1km kurzer hike zum Waterhole, vorbei an einem kleinen creek mit Wasserrosen, einigen Palmen, Felsen und Spinnennetzen wohin das Auge blickte. Der Gorge war relativ klein, verglichen mit den bisher gesehenen, aber dafuer wunderschoen in die Natur eingebettet. Nach einer kleinen Ueberwindung (was wird in dem Wasser wohl alles drin sein?!) schwammen wir bis unter den Wasserfall und liessen uns dort auf den Steinen nieder. Wir genossen das Naturschauspiel und sahen den Kiddies zu, wie sie sich von einem Strick aus schwingend in`s Wasser fallen liessen.
Nur ein paar Kilometer weiter befindet sich das Mt. Bernett Roadhouse mit dem dazugehoerigen Campground und dem Manning Gorge. Ganz schoen geschafft schlugen wir dort fuer zwei Tage unsere Zelte auf und liessen den Rest des Tages ruhig ausklingen: im Schatten sitzend, Kuehles trinkend, dem gleich um die Ecke liegenden Fluss einen Besuch abstattend und kochend (heute mal ein Menue vom Feinsten: restliche Spaghetti mit Aubergine angebraten, Spiegelei, Huehnchenfleisch und Reis).

GRR - Galvans Gorge


Am naechsten Morgen sind wir dann um 6.00am aufgestanden um noch vor der Hitze den Hinweg zum Manning Gorge zu bewältigen. Da neben all den Campern auch noch drei Busse voll mit Touris am Campground uebernachteten waren zum einen alle Toiletten staendig besetzt und zum anderen das Wasser bald alle. Da haben dann so einige in die Röhre gesehen :~) Nach einem Müsli mit neuen Cornflakes mit Macadamia Nüssen sind wir dann losmarschiert. Die Sonne war auch schon da und so stand uns mal wieder eine sehr heiße Wanderung bevor. Doch bevor es so richtig losgeht musste ein Fluss, in dem man nicht ueberall stehen kann, ueberquert werden. Also haben wir uns wieder bis auf die Swimmers ausgezogen, und sind durchgeschwommen. Fuer Kamera, Kleidung, etc. standen Styropor Kisten bereit, die man vor sich hertreiben konnte, echt abenteuerlich. Der anschliessende Wanderweg ging ueber Stock und noch mehr ueber Steine und war mit seinem staendigen Auf- und Ab und den vielen zu ueberwindenden Felsen sehr anstrengende. Dazu lag er auch zu 100% in der prallen Sonne, was nicht gerade eine Erleichterung darstellte...der Lohn war ein herrlicher Gorge, den wir nach einer Stunde, völlig durchschwitzt, erreichten. Die Wasserfälle waren amazing und das Baden in dem Gorge die Schau. Wir konnten sogar hinter die Wasserfälle schwimmen und von eine 3m hohen Klippe ins Wasser springen (und Andi ist auch mitgesprungen!!!). Es hat uns so gut gefallen, dass wir gut 3 Stunden dort verbracht haben. Witzig war, dass wir das Paerchen aus Spalt wieder getroffen haben, die wir das letzte Mal in Cairns getroffen haben. Australia is so small...
Der Rueckweg gegen Mittag und die Sonne waren noch unbarmherziger: Da tat das Durchschwimmen des Rivers richtig gut! Danach haben wir uns Fertig Asia-Stir-Fry Nudeln gemacht (waren lecker aber wenig) und im Schatten am campground gechillt. Am Nachmittag sind wir nochmals zum Fluss und haben etwas gebadet - eigentlich haben wir uns in Reifenschlaeuche gesetzt und dind durch den Lower Manning Gorge gepaddelt :-) Der Tag war der erste richtig entspannende, mal ohne 4-Wheel-Driven und geschuettelt werden, allerdings wird sich das morgen wieder aendern.

GRR - Manning Gorge


Am Samstag Morgen um 7.30am sind wir aufgebrochen, um ein weiteres Stueck auf der GRR zu meistern. Ziel war es eigentlich bis zur Ellenbrae Farm ca 180km weiter zu kommen. Nachdem uns aber das ältere australische Paar erzählt hat, dass sie versuchen, bis zur Home Valley Station (ca 300km - war unser Ziel fuer den nächsten Tag) zu kommen, haben wir uns auch entschieden, die Zielsetzung evtl. zu ändern. Aber erstmal wollten wir die 180km meistern. Wir haben uns das erste Mal auf der GRR abgewechselt, da nun doch etwas mehr zu fahren war. Den ersten Abschnitt hab ich uebernommen, dann war Andi erstmals dran. Und gleich wie: Direkt nach dem Fahrerwechsel begannen auch die Corrugations. Die Fahrt war sooo holprig, wir haben uns schon fast an die Bungle Bungles erinnert gefühlt. Die Gegend war ziemlich langweilig und so war das Aufregenste noch der Grader, der die Strasse aufbereitet hat - fuer uns wohl zu spät. An unserem eigentlichen Ziel, der Ellenbrae Farm, sind wir schon gegen Mittag angekommen. Da es dort nichts zu sehen gibt, haben wir uns nach einem Cereals Brekky entschieden, weiterzufahren. Die folgenden 110km zur Home Valley Station waren aber teilweise wieder sehr rough. Wir mussten einen Fluss durchqueren und etliche Creeks passieren. Ausserdem haben wir einen schönen Lookout zur Cockburn Range (geiler Name übrigens) entdeckt, leider kommt die Weite auf den Bildern bei Sonne um die Mittagszeit nicht wirklich rüber... Wir waren extrem happy und total platt, als wir 2h später gut angekommen sind. Witzig war, dass wir 2 verschiedene Karten der Route haben und auf beiden hat die Entfernung zur Home Valley Station absolut nicht gestimmt :-) Nachdem wir erfahren haben, dass es beim möglichen Bushcamp am Pentecoast River einige Salties, unter anderem den 6m langen Cedric, geben soll, haben wir uns für die 2.Möglichkeit, ein Camp direkt in der Cattle Station, mit hot showers und schoenem gruenen Rasen als Untergrund (anstelle von staubiger Erde) entschieden. Aber nichtsdestotrotz müssen die Krokodile morgen unbedingt angesehen werden :-)
Es wurde dann wieder ca. ne Stunde das komplette Auto ausgeräumt und geputzt: dieser rote Staub ist überall, teils eine so dicke Schicht, dass sie bspw. die Schränke komplett bedeckt! Komisch war, dass wir unser australisches Pärchen hier nicht angetroffen haben: Hoffentlich ist nichts passiert und sie werden morgen kommen!

GRR - Home Valley Station


Wir haben dann entschieden, hier noch zwei Tage zu bleiben: Es gibt einen wunderbaren Pool und die "Dusty Bar", an der wir uns zur lunch-time (abends konnte man es sich fast nicht leisten...) einen HV8-Burger (Rindfleisch, Salat, Zwiebeln, Roote Beete, Tomaten und Sosse) sowie eine bowl chips (Pommes) gegoennt haben :o) Abends wechseln sich hier Artisten zur Unterhaltung ab: Peter Brandy, ein bekannter Country-Musicer aus den Kimberley, sowie ein Didgeridoo-Spieler, der zwischendurch Outback-Geschichten zum Besten gibt. Diesen haben wir dann noch mit zum Lagerfeuer begleitet, an dem er in kleiner Runde (wir waren nur umgeben von Aussies) ein paar songs spielte. Hier erfuhren wir auch von einem in Halls Creek lebenden Paar, dass das Einfuehren des Alkoholverbots in der ganzen Gegend in Bezug auf die Aborigines einen Unterschied von Tag und Nacht aufzeigte.
Natuerlich durften wir den Sonnenuntergang am Pentecoast River mit Sicht auf die Cockburn Range nicht verpassen: ein atemberaubendes Naturschauspiel! Leider haben wir kein Krokodil gesehen...
Wir sind auch schon auf den Film "Australia" mit Nicole Kidman gespannt, denn dieser wurde hauptsaechlich in den Kimberley gedreht und sogar hier, in der Home Valley Station.

GRR - Cockburn Range


Am letzten Tag auf der Gibb River ging es schon morgens um 7am los. Es waren nur noch gut 70km zu bewaeltigen. Zuerst musste nach ca. 12km der Pentecost River, in dem sehr gefaehrliche Salzwassercrocs leben, durchquert werden. Fuer ein gutes Foto (von vorne mit Hintergrund Cockburn Range) und einem Film musste ich dreimal durchfahren :-)
Danach dachten wir pippifax, jetzt kommt ne Touristrecke. Aber pah: Das waren nahezu die schwersten 60km der gesamten Strecke (nach dem Bell Gorge Way). Wir sind aber schoen langsam gefahren und konnten unseren ALVO unbeschaedigt wieder zurueck auf den Highway bringen. Und dann haben wir uns echt richtig gefreut, wieder Teer unter den Reifen zu haben :-)

GRR - Pentecost River


Noch zum Abschluss zwei Geschichten zum Schmuzeln, die wir auf der Strecke gehoert haben (und sie sind wahr):

Ein Australier, der mit einem Nissan Stationwagen (Kombi) unterwegs war, ein 2WD, ist am Weg zum Bell Gorge in der Nacht in einem Creek-Crossing im Wasser stecken geblieben. Da die ganze Nacht kein Auto mehr kam, das ihm haette helfen koennen, mussten er und sein Auto im Wasserloch verweilen, bis er am Morgen rausgezogen wurde. Am naechsten Tag konnte man ihn dann beobachten, wie er alle seine Sachen trocknete :-)

Einem anderen Australier, der mit einem 4WD-Geschaeftswagen unterwegs war, erging es noch viel schlimmer. Am Bell Gorge ging der Kuehlschrank kaputt. Da er mit 2 kleinen Kindern unterwegs war, hat er entschieden, wieder zurueck nach Derby zu fahren und einen neuen zu kaufen. Die Familie blieb am Campground. Also auf nach Derby (rund 240km Dirt Road). Da er am Rueckweg zum Gorge ziemlich angefressen war und es dunkel wurde, ist er wohl etwas zu schnell gefahren. Mit ca 80km/h ist er dann leider in ein Wasserloch reingestochen und hat das Auto frontal reingesetzt. Ein Abschleppwagen hat ihn dann rausgezogen und das kaputte Auto nach Derby gebracht. Und jetzt kommts: In Derby hat sich der Typ einen Mietwagen-4WD genommen und ist wieder die ganze Strecke zurueck zum Gorge gefahren. Als er dann 2 Tage spaeter, am Manning Gorge, erfahren hat, dass sein Auto Totalschaden ist, musste er wieder (!!!) zurueck nach Derby, um alles zu klaeren: That's a lovely holiday, isn't it?

Save the Kimberley,
Andi & Peter