Nachdem wir den Lake Argyle verlassen hatten, ging unser Weg weiter Richtung Kakadu National Park. Wir haben zwei Tage dorthin benoetigt, in Katherine gestoppt, um Vorraete und Benzin aufzufuellen und wurden von einer Wolkenfront nach Einfahrt in den Park ueberrascht. Wir dachten zunaechst: "Yeah, endlich mal Wolken, es wird kuehler" (hatten seit ca. 2Monaten keinen Regen mehr), lagen damit aber voellig daneben. Hier im Kakadu NP werden in der dry season Waelder gezielt abgebrannt, um Raum fuer neues Leben zu schaffen. Was zuerst komisch klingen mag, macht durchaus Sinn und das Wissen darueber wurde von den Aborigines an die "Weissen" weitergegeben. Infos ueber die Rolle des Feuers im Kakadu sind hier zu finden.
Nach weiteren 120km haben wir den Touriort Cooinda, die Heimat der beruehmten Yellow Water Cruise besucht und gleich fuer den naechsten Tag die Sunset Cruise gebucht. Danach sind wir total K.O., da es schon wieder extrem heiss war, gleich zum Campground in Mardugal, um zu kochen. Es war ca 4.30pm, aber das Essen hat echt keinen Spass gemacht (waren aber sooo hungrig): Es war nur hot, hot, hot :-) Da unsere Campvorgaenger Holz am Lagerfeuer uebrig gelassen haben, wollten wir nach dem Duschen ein Lagerfeuer machen. Es hat auch echt gut geklappt bis die Mosquito-Invasion begann. Obwohl wir uns eingesprueht hatten, waren wir chancenlos. Es waren so viele und ueberall, dass wir nach einer halben Stunde beschlossen haben, das Feuer aufzugeben und den Rueckzug in den ALVO anzutreten. Doch auch dort haben sie schon gewartet. Nicht so viele, aber genauso hinterhaeltig! Die Nacht war die Hoelle und wir haben immer und immer wieder dieses nervige Summen gehoert. Dann hies es aufstehen, Licht an, Brillen auf, Schnakenjagd. Da es auch in der Nacht warm war, haben wir die Fenster mit den Mosquitonetzen offen gelassen. Und auch dort haben die Biester schon von aussen gelauert. Gut, stechen konnten sie uns nicht, aber das bloody Brummm hoert man trotzdem und kann kaum einschlafen.
Das Resultat waren wenige Stiche bei Andi und ca. 40(!!!) bei mir, davon locker 15 pro Knoechel. Es juckt wie die Angst, fast nicht auszuhalten.
Am naechsten Morgen haben wir dann etwas laenger geschlafen und wollten danach zum Mardugal Billabong, leider haben wir den Weg nicht gefunden und dann spontan entschieden den 3.5km langen Weg zum Mirrai Lookout anzugehen. Wenn wir gewusst haetten, dass sich die 3.5km in 1.75km steil bergauf ueber Fels und Stein und dann wieder zurueck aufteilen... aber naja wir gingen es an und sind dann nach ca. 30 Minuten am Lookout ueber den Park angekommen :-) Schweissgebadet haben wir den Lookout genossen und natuerlich eifrig geknipst:
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| Kakadu NP - Mirrai Lookout |
Nach einem Muesli Fruehstueck ging es zurueck nach Cooinda, wo wir am Nachmittag noch einen 2km langen Billabong Walk laufen wollten. Nachdem wir an der Rezeption ankamen, haben wir mal nach dem Start des Weges gefragt, sind diesen gefolgt und kamen, ja genau, nach 1km beim Culture&Arts Center raus. Ganz toll!! Naja haben wir uns spontan umentschieden und das wirklich sehr schoene und informative Cultural Center angesehen. Leider ist es sooo informativ, dass man sich das alles gar nicht merken kann :-)
Am Abend startete dann unser Highlight des Tages (und wir haben uns gegen die Mossies vorbereitet: lange Hosen, 3fach Insektenspray, und und und es war kein einziger da!!!). Es ist schon eine ziemliche Touri-Veranstaltung und auch echt ueberlaufen. Aber es ist es wert! Auf einer zweistuendigen Cruise durch die Yellow Water Wetlands und entlang des South Alligator Rivers sieht man nicht nur eine berauschende Natur, sondern auch wahnsinnig viele Voegel, Salzwasser-Krokodile in allen Groessen und einen herrlichen Sunset. Der Guide erzaehlt einem zudem sehr viel Nuetzliches ueber die Voegel, die Landschaft und die Crocs. Also echt lohnenswert. Wir waren beide sehr begeistert und haben unter anderem Kingfisher, Crocs, einen Seeadler und viele andere Voegel beobachten, filmen und fotografieren koennen.
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| Kakadu NP - Yellow Waters Wetlands |
Die Nacht war wieder die Hoelle. Wieder Mossies im Auto, wieder neue Stiche, wieder kaum geschlafen: Oh Deutschland, bist du schoen!!! Am dritten Tag ging es in die Nourlangie Region. Der ebenso benannte Berg Nourlangie bietet einem Aboriginal Rock Art, die teilweise mehrere 10.000 Jahre alt ist. Da wir relativ zeitig dran waren, erspaehten wir im Laub hinter einigen Felsen ein Black Wallaroo. Zudem hatten wir Glueck und konnten an einem kostenlosen Ranger Talk ueber ein "Kunstwerk", das allerdings erst 50 Jahre alt ist, teilnehmen. Dabei haben wir wieder einiges ueber Aborigines und diesmal unter anderem etwas ueber ihren Lightning Man erfahren.
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| Kakadu NP - Nourlangie |
Nach dem Hike zum Lookout, auf dem man bis zum Plateau des Arnhem Lands sehen kann, haben wir noch einen 2.5km langen Walk um den Anbangbang Billabong gemacht. An diesem kann man im Hintergrund den Berg sehen und dazu viele Wasservoegel. Auch vor Crocs wird gewarnt, allerdings konnten wir keines erspaehen.
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| Kakadu NP - Anbangbang Billabong |
Danach ging es weiter in die Kakadu "Hauptstadt" Jabiru, wo wir uns am Campground niederliessen und erstmal chillen wollten, da es schon wieder sehr heiss war. Andi war dann so hungrig, dass wir das Dinner zum Lunch machten und gekocht haben... Allerdings waren wir wohl nicht die einzigen Hungrigen: Ein Dingo kam ganz unverbluemt zu uns und hat sich zum Auto in den Schatten gelegt. Wir wussten erstmal nicht, wie wir reagieren sollten, haben ihn dann aber einfach in Ruhe gelassen und gemampft. Nachdem er festgestellt hat, dass er hier nix zu essen bekommt, ist er wieder abgezogen :-) Gott Sei Dank!
Als die Hitze am staerksten war und die Schatten immer kleiner geworden sind, verzogen wir uns zum Caravanpark-eigenen Swimmingpool. Dort bemerkten wir dann auch, dass es hier leicht Asche regnet! Eine der Nachwirkungen der beabsichtigten Braende.
Am Abend boten die Ranger hier eine kostenlose Informationsveranstaltung in Bezug auf die reiche Tierwelt im Kakadu National Park an, welche wir liebendgerne annahmen und es nicht bereuen sollten!! Die Slight Show dauerte um die zwei Stunden unter freiem Sternenhimmel (die Milchstrasse ist hier so wunderbar zu sehen!); sitzen konnten wir jedoch schon nach kurzer Zeit nicht mehr und die Stiche juckten nur so! Aber wir hielten durch und waren letztendlich stolz und gluecklich, doch schon so viele der Tiere (von denen einige nur im Kakadu NP ihr Zuhause haben und sonst auf der ganzen Welt nicht zu finden sind) gesehen zu haben.
Bevor es diese Nacht zu Bett ging, haben wir von der "Chemie-Bombe" Gebrauch gemacht, was so viel bedeutet, dass wir ein starkes Insektengift zehn Sekunden in's Auto gesprueht haben, dieses mit geschlossenen Tueren 20Minuten haben einwirken lassen und daraufhin 10Minuten gelueftet haben. Auch wenn Peter immer so gegen die "Chemie-Bombe" war, diesmal hat er sie mit offenen Armen willkommen geheissen, da wir in dieser Nacht keinen einzigen Mosquito im Auto hatten!
Dementsprechend fanden wir mehr Schlaf als in den vorhergehenden Naechten und sind so wieder bald aufgestanden, um die Natur in den fruehen Morgenstunden zu geniessen sowie der Hitze tagsueber aus dem Weg zu gehen. Unser Plan fuehrte uns zur Border zum Arnhem Land, nach Ubirr. Wir waren trotz 40km-Fahrt zu bald dran und verbrachten die Wartezeit bis zur Parkoeffnung mit einem ueberteuerten Latte im einzigen Cafe in dieser Gegend. Der daraufhin folgende Walk fuehrte von einer Aborigine Art zur naechsten und schliesslich zum bekannten Lookout in Ubirr, welcher auch in dem Movie "Crocodile Dundee" vorkommt. Die Aussicht sowie auch die Ruhe waren einfach gigantisch und es war fuer jeden was in den vier Himmelsrichtungen dabei: Wetlands, Arnhem Land Escarpment, Rainforest, Stone Country, Floodplains.
Zudem waren wir wieder mit von der Partie als eine Rangerin, die seit 10Jahren hier in engem Kontakt mit den Ureinwohnern lebt, ueber Leben und Kultur letztgenannter informierte. Wir hoerten sowohl etwas ueber food ("grandma's kitchen") als auch zwei stories ueber children and law. War wirklich sehr interessant und am liebsten haetten wir noch mehr ueber die wirklich bemerkenswerte Kultur der Aborigines gelernt, von deren basics wir "White Fellas" uns einiges abschauen koennen.
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| Kakadu NP - Ubirr |
Weiter ging es zum Manngarre Rainforest Walk durch Monsoon Rainforest am East Alligator River entlang. Gleich zu Beginn gab uns ein Mann einen Hinweis, dass man direkt am Ufer am Parkplatz zwei Saltwater Crocs zu sehen bekommt. Die waren wirklich schon nicht schlecht und so ganz ohne Zaun oder sonstiger Abtrennung von den Touris. Einzig ein Schild wies auf die Gefahr der Crocs hin... Aber im Laufe des Walks sahen wir noch einige weitere wilde - wirklich nicht weit von uns entfernt!! Zudem war der Regenwald sehr dicht und ueberall raschelte es nur so. Gesehen haben wir jedoch nichts ausser ein paar Spinnen und Voegel (vielleicht auch besser so). Wir gingen dann den kuerzeren Circuit, da der laengere nur fuer Frauen bestimmt ist (sacred women site). Das passte auch, da die Sonne schon wieder ihren Hoechststand erreicht hatte, es dementsprechend heiss war, die Mossies uns verfolgten und wir wahnsinnig Hunger hatten.
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| Kakadu NP - Manngarre Rainforest Walk |
Wieder in Jabiru angekommen, fanden wir eine suesse kleine Bakery, in der die Hoelle los war. Davon ueberzeugt, schlugen wir gleich mal zu und neben einem Fladenbrot gab es auch original australisch Suesses wie zB. einen Lamington und einen Brownie. Yummi :o)
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| Kakadu NP - Dingo am Campground |
Am Weg vom Kakadu in den Litchfield National Park haben wir noch einen kurzen Stop im erwaehnenswerten Bowali Visitor Center eingelegt. Es war bisher wohl das beste Visitor Center, das wir gesehen haben. Neben vielen Bildern, Geschichten und Tieren, gab es auch noch drei kostenlose, jeweils einstuendige Kinofilme ueber den Kakadu in den verschiedenen Jahreszeiten, zu sehen. Zwei der drei haben wir uns angesehen, war wirklich sehr, sehr interessant.
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| Kakadu NP - Bowali Visitor Center |
Danach haben wir noch in der South Alligator Region bei den Mamukala Wetlands eine Pause eingelegt und von der Viewing Platform aus nochmals ein tolles Feuchtbiotop mit vielen Voegeln bestaunen koennen - und das gegen Mittag.
Alles in allem wurde der Kakadu National Park irgendwie unser Favorit-National Park :-)
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| Kakadu NP - Mamukala Wetlands |
Gruesse von uns und all den Salties,
Boh Boh (Goodbye auf Aborigine),
Andi & Peter










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